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         Bild: ESA

Rosetta - Wissenschaftliche Zielstellung

Bis heute haben bereits einige Raumsondenmissionen Kometen untersucht. Zum Beispiel haben fünf Raumsonden den Kometen 1P/Halley bei seiner letzten Sonnenannäherung im Jahr 1986 besucht. Allerdings sind alle diese Raumsonden nur einmal und mit hoher Geschwindigkeit an einem Kometen vorbeigeflogen. Folglich konnten diese Missionen nur Momentaufnahmen vom Kometen in der Nähe seines Perihels liefern. Dies hat sich mit Rosetta geändert: Rosetta hat den Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko bei einer Entfernung von 3,5 AE (Astronomischen Einheiten) im August 2014 erreicht und begleitet ihn seitdem bei seinem Umlauf um die Sonne. Dies hat den großen Vorteil, dass die Entwicklung des Kometen bei diesem Umlauf untersucht werden kann und somit viele noch unbeantwortete Fragen beantwortet werden können. Dazu zählen:

Mit Hilfe der Magnetometer-Experimente aus Braunschweig (RPC auf dem Orbiter und ROMAP auf dem Lander) wird der Kometenkern auf magnetische Eigenschaften untersucht. Diese könnten auch ein Hinweis auf seine Entstehung sein: Bisher ist noch nicht genau verstanden, wie und warum sich Eis und Staub zu Kometen zusammengeballt haben. Es wurde vermutet, dass magnetische Anziehung dazu möglicherweise beigetragen hat. Allerdings belegen unsere Messungen, dass der Kometenkern nicht magnetisiert ist. (Weitere Informationen)

Des Weiteren ist die Untersuchung der Wechselwirkung des Sonnenwindes mit der kometaren Atmosphäre ein Ziel der Magnetometer-Experimente. Diese Wechselwirkung lässt sich insbesondere durch Plasmaeigenschaften wie Wellen im Plasma oder Plasma-Grenzschichten näher beschreiben. Die Art der Wechselwirkung wird hauptsächlich bestimmt durch die Stärke des Sonnenwindes am Ort des Kometen und der Ausgasungsrate des Kometen, die mit der Nähe zur Sonne zunimmt

Um diese Messungen vorzubereiten wurden in Kooperation mit dem Institut für Theoretische Physik zahlreiche Simulationen zur Wechselwirkung des Sonnenwindplasmas mit der Kometenatmosphäre durchgeführt. Sie geben Aufschluss über die plasmaphysikalischen Verhältnisse in der näheren Umgebung des Kometenkerns, dass heißt sie zeigen auf, welche Strukturen und Grenzschichten sich im Plasma auf Grund dieser Wechselwirkung ausbilden.

 
aktualisiert: 26.06.2015 IMPRESSUM webmaster verantwortlich: Prof. Dr. K.-H. Glaßmeier