Herglotz
Herglotz, Gustav, * 1881, in Wallern (Böhmen), † 1953 in Göttingen. Studium der Mathematik, theoretischen Physik und Astronomie in Wien 1899-1900 (Boltzmann), München 1900-1902 (Seeliger, Lindemann), Promotion 1902, Göttingen 1903-1904 (Felix Klein), Habilitation 1904 in Mathematik und Astronomie. Professor 1907 Göttingen, 1908 Wien (TH), 1909 Leipzig, 1925 Göttingen (Nachfolger von Carl Runge).

Er arbeitete auf verschiedenen Gebieten der angewandten Mathematik, theoretischen Physik, Strömungslehre, Astronomie und Geophysik. Auf letzterem Gebiet: 1904 über die Elastizität der Erde. Dabei berücksichtigte er das Wiechertsche Modell eines Metallkerns und Steinmantels. 1907 erschien die in der Geophysik bekannteste Arbeit über die Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Erdbebenstrahlen (auf nur 1,5 Seiten). 1914 eine Preisschrift der Jablonowski Gesellschaft: Die analytische Fortsetzung des Potentials ins Innere der anziehenden Massen.




Schriften

Die Elastizität der Erde bei Berücksichtigung ihrer variablen Dichte, Z. Math. u. Phys.,52, 275-299, 1905.

Das Benndorfsche Problem der Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Erdbebenstrahlen. Phys. Z., 8, 145-147, 1907.

Die analytische Fortsetzung des Potentials ins Innere der anziehenden Massen, Leipzig, 1914.




Literatur

Gustav Herglotz zum Gedächtnis, Forschungen und Fortschritte, 27, 121, 1953.

Lexikon bedeutender Mathematiker, Bibliogr. Institut. Leipzig, S. 119, 1990.

Meschkowski, H.: Mathematiker Lexikon, Bibliogr. Institut, S. 117 u. 379. Mannheim, 1964.

Tietze, H.: Aus Gesprächen mit G. Herglotz, Sitzber. math. naturw. Abt., Bayer. Ak. Wiss., S. 163-168. München, 1957.

Tietze, H.: G. Herglotz, Jahrb. Bayer. Ak. Wiss., S. 188-194 (mit Bildern), 1954.