Bacon, Francis, Baron von Verulam, Viscount of St. Albans, * 1561 in London, † 1626 in London. Sein Vater war Großsiegelbewahrer der Königin Elisabeth I. Auch er strebte eine Stellung im Staatsdienst an. Studium in Cambridge, das ihn nicht befriedigte. Rechtsanwalt und Parlamentsabgeordneter. Die Mitwirkung an der Verurteilung (1601) seines Gönners, des Grafen Essex, schadete seinem Ruf. Politischer Aufstieg unter Jakob I., schließlich 1618 Lordkanzler. Jedoch 1621 wegen passiver Bestechung gestürzt und verurteilt, vom König begnadigt, aber kein Staatsamt mehr. In den letzten Lebensjahren widmete er sich ausschließlich schriftstellerischen Arbeiten. Seit 1606 war er verheiratet, doch war die Ehe nicht glücklich und blieb kinderlos. Bacon starb an einer Lungenentzündung, die er sich beim Versuch, die Konservierung von Fleisch durch Kälte zu studieren, zugezogen hatte. Er füllte ein geschlachtetes Huhn mit Schnee. Im 19. Jahrhundert hielt man Bacon eine Zeitlang für den wahren Autor oder Mitautor von Shakespeares Dramen.
Schriften
Advancement of learning, 1605.
De dignitate et augmentis scientiarum, 1623.
Novum Organum, 1620.
New Atlantis, 1627.
Literatur
Fischer, Kuno: Francis Bacon und seine Schule. Entwicklungsgeschichte der Erfahrungsphilosophie. Heidelberg, 1923.
Frost, Walter: Bacon und die Naturphilosophie. München, 1927.
Kuhn, Th.: Die Entstehung des Neuen. Studien zur Struktur der Wissenschaftsgeschichte, S. 85-124. Frankfurt, 1978.