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         Bild: ESA

Rosetta

Kometen sind durch ihren langen Schweif eine besondere Erscheinung am Nachthimmel. Sie bestehen aus unverändertem Material des frühen Sonnensystems, so dass sie wichtige Hinweise zu dessen Entstehung geben können. Die europäische Raumsonde Rosetta soll im Mai 2014 den Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko besuchen, um dort Messungen der Zusammensetzung, des Aufbaus und der Wechselwirkung des Kometen mit dem Sonnenwind zu machen. Dazu soll Rosetta als Orbiter den Kometen im Abstand von wenigen Kilometern umkreisen und das Landegerät PHILAE absetzen, das wissenschaftliche Untersuchungen direkt auf der Oberfläche des Kometen durchführen kann. Gemeinsam mit dem Kometen werden sich der Orbiter und der Lander im Sommer 2015 der Sonne nähern, wobei die zunehmende Aktivität des Kometen erstmals "in-situ", also vor Ort beobachtet wird.
Das IGEP ist mit jeweils einem Experiment auf dem Orbiter (RPC) und dem Lander (ROMAP) an der Mission beteiligt. Dies bedeutet, dass die Experimente am IGEP mitentwickelt wurden und Wissenschaftler des IGEP "Principal Investigator" der beiden Experimente sind.

Gestartet wurde die Mission am 02.März 2004 mit einer Ariane V von Kourou in Französisch-Guayana. Während der langen Reise wird Rosetta außerdem an den beiden Asteroiden 2867 Steins und 21 Lutetia vorbeifliegen und an ihnen Messungen aus größerer Entfernung durchführen.


Missionsverlauf

Rosetta

Künstlerische Ansicht der Sonde (© ESA).

Ereignis Zeitpunkt
Start März 2004
Erstes Swing-by Manöver an der Erde März 2005
Swing-by Manöver am Mars Februar 2007
Zweites Swing-by Manöver an der Erde November 2007
Vorbeiflug am Asteroiden 2867 Steins September 2008
Drittes Swing-by Manöver an der Erde November 2009
Vorbeiflug am Asteroiden 21 Lutetia Juli 2010
Eintritt in den "Winterschlaf" Juli 2011
Ende des "Winterschlafes" Januar 2014
Rendezvous Manöver Mai 2014
Beginn der globalen Vermessung August 2014
Absetzen des Landers November 2014
Durchgang durch das Perihel August 2015
Missionsende durch kontrollierten Absturz September 2016



Als Namenspate für die Mission wurde der ägyptische Ort Rosetta gewählt, in dessen Nähe 1799 eine halbrunde Stele gefunden wurde. In den Stein ist ein Text in zwei Sprachen und drei Schriften eingemeißelt, der maßgeblich zur Entschlüsselung der ägyptischen Hieroglyphen beitrug. So wie dieser Stein ein Schlüssel zum Verständnis alter Kulturen war, soll die Rosetta-Mission viele Fragen über die Kometen, die ältesten Bewohner unseres Sonnensystems, klären. Ihre Untersuchung bietet eine zuvor nie da gewesene Chance in die Zeit zurückzublicken und die Ursprünge unseres Sonnensystems zu erforschen.


Das Rosetta-Team am IGEP


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aktualisiert: 07.04.2017 IMPRESSUM webmaster verantwortlich: Prof. Dr. K.-H. Glaßmeier