Angewandte
Geophysik
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         Bild: ESA

Rosetta am Kometen

Seit dem 06. August 2014 befindet sich Rosetta im Orbit um den Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko. Am 12. November 2014 erreichte die Rosetta-Misson einen ihrer Höhepunkte, als der Lander Philae von dem Orbiter getrennt wurde und auf der Kometenoberfläche landete. Sowohl das Orbiter-Magnetometer (RPC-MAG) als auch das Lander-Magnetometer (ROMAP) konnten die Geschehnisse verfolgen.

Abtrennung des Landers


PRC-MAG bestätigt Seperation
ROMAP bestätigt Seperation

Die Abtrennung des Landers um 08:35 UTC zeigt sich als klare Signatur in den Magnetfelddaten, die durch das Magnetometer an Bord des Orbiters aufgenommen werden. Der Lander erzeugt ein eigenes Magnetfeld, welches sich dem Hintergrundmagnetfeld überlagert. Durch die Abtrennung verschwindet dieser Einfluss, was sich durch einen klaren Sprung in den Daten bemerkbar macht. In analoger Weise gilt dies für das Lander-Magnetometer, welches ebenfalls die Abtrennung von Orbiter aufzeichnen konnte.

Ausklappen des Booms


ROMAP deployment

Das Instrument ROMAP (Rosetta Lander Magnetometer and Plasma Monitor) befindet sich am Ende eines Auslegers, eines sog. Booms. Während der Reise zum Kometen zusammen mit dem Orbiter war dieser Ausleger an den Lander angeklappt. Nach der Abtrennung vom Orbiter sollte sich der Boom entfalten und seine endgültige Positon einnehmen. Auch dieses Ereignis konnte um 08:56 UTC von ROMAP mithilfe der Magnetfeldmessungen aufgezeichnet und bestätigt werden.

Landung auf der Oberfläche des Kometen


Landungen
EMD der Landungen

Nach einem sieben Stunden dauernden Abstieg erreichte Philae das Zielgebiet auf der Kometenoberfläche um 15:34 UTC. Dort angekommen stieß der Lander nochmals von der Oberfläche ab und flog für weitere knapp zwei Stunden oberhalb des Kometen, bis ihn die schwache Schwerkraft des Himmelskörpers wieder zurück zog. Um 17:25 erreichte Philae das zweite Mal die Oberfläche. Auch dieses Mal gab es ein leichtes Abprallen, sodass der Lander schließlich um 17:31 UTC ein drittes Mal auf dem Kometen landete. Da sich bei jedem Kontakt mit dem Kometen das Landegestell bewegte und sich dem Boden anpasste, konnten die drei einzelnen Landungen sehr deutlich mit dem ROMAP-Instrument (linke Abbildung) nachgewiesen werden.

Mit Hilfe geeigneter Datenanalyse können die Landungen in den Messdaten noch klarer heraus gearbeitet werden. In der rechten Abbildung sind die zweite und dritte Landung nach Anwendnung einer EMD (Empirische Moden Dekomposition) zu sehen. Bei der EMD handelt es sich um ein numerisches Verfahren, welche die intrinsischen Moden, aus denen eine Zeitreihe zusammen gesetzt ist, voneinander separiert.

 
aktualisiert: 08.01.2015 IMPRESSUM webmaster verantwortlich: Prof. Dr. K.-H. Glaßmeier