Angewandte
Geophysik
  Planetenentstehung   Weltraumphysik &
Weltraumsensorik
   
         Bild: ESA

ARBEITSGRUPPE PLANETENENTSTEHUNG

Prof. Dr. Jürgen Blum

Die Arbeitsgruppe Planetenentstehung beschäftigt sich mit der Untersuchung der Bedingungen, unter denen sich um junge Sterne die astronomisch beobachtbaren kleinen Staubpartikel zu größeren Klumpen zusammenballen.
Im Unterschied zu anderen Arbeitsgruppen mit diesem Thema werden am Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik Experimente zur Erforschung des Wachstums fester Körper in jungen Planetensystemen durchgeführt. Ein Teil dieser Versuche findet dabei unter Schwerelosigkeitsbedingungen im Fallturm Bremen bzw. bei Parabelflügen statt.
Eine internationale Versuchseinrichtung zur Untersuchung der Wechselwirkungen kosmischer und atmosphärischer Partikel auf der Internationalen Raumstation ISS wird zurzeit unter Leitung des Instituts entwickelt.

Im Bereich der Lehre werden regelmäßig Vorlesungen zur Astrophysik und Planetologie angeboten. Darüber hinaus findet einmal im Jahr im Rahmen eines Mikrogravitationspraktikums im Fallturm oder auf einem Parabelflug eine studentische Kampagne zu einem aktuellen Thema der Forschung statt. Hierbei sollen die Studierenden lernen, wie ein autonom arbeitendes Experiment konzipiert, aufgebaut, durchgeführt und ausgewertet wird. Ein astronomisches Praktikum befindet sich im Aufbau; hierzu steht den Studierenden ein institutseigenes 20cm-Teleskop mit gekühlter CCD-Kamera zur Verfügung.



In Dunkelwolken wie der hier dargestellten Bok-Globule Barnard 68 (Photo: ESO) können Sterne entstehen. Die dunkle Gestalt und die Abschirmung des Lichts dahinter liegender Sterne geschieht durch eine Vielzahl kleinster Staubpartikel, deren physikalische Eigenschaften am Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik untersucht werden.


Mit dem Hubble Space Telescope wurden im Sternbild Orion so genannte protoplanetare Scheiben gefunden. In einer solchen Scheibe entstand vor 4,6 Milliarden Jahren auch unser Sonnensystem. Die Arbeitsgruppe Planetenentstehung beschäftigt sich mit diesem Prozess.


Rekonstruktion eines bei einem Space-Shuttle-Flug erzeugten Staubagglomerats. In diesem Schwerelosigkeitsexperiment wurde eine Wolke kleinster Partikel gleichmäßig in einem verdünnten Gas verteilt. Durch Brownsche Bewegung der Partikel erfolgten haftende Stöße, die zu der dargestellten offenen Struktur führten. Der Beginn der Planetenentstehung sollte genauso ablaufen.

Anne Hemshorn, Studierende der Physik an der TU Braunschweig bei einem Parabelflug.
 
aktualisiert: 01.01.2007 IMPRESSUM webmaster verantwortlich: Prof. Dr. J. Blum