Leiter : Prof. Dr. Karl-Heinz Glaßmeier, Akad. Rat Dr. Ingo Richter
Das Geophysikalische Praktikum teilt sich seit dem WS 96/97 formell
in das
Geophysikalische Praktikum für Physiker
und das
Geophysikalische Praktikum für Geoökologen.
GEOPHYSIKALISCHES PRAKTIKUM FÜR PHYSIKER
Das Praktikum in der Geophysik fügt sich in das neue Gesamtkonzept
der Fortgeschrittenen Praktika der experimentellen Physik ein. Im ersten
Teil (durchzuführen im Wintersemester) werden jeweils 4 Versuchstage
im Institut für
Metallphysik und nukleare Festkörperphysik und dem Institut
für Halbleiterphysik und Optik, sowie jeweils 2 Versuchstage im
Institut
für Technische Physik und dem Institut
für Geophysik und Meteorologie verbracht. Im zweiten Teil (durchzuführen
im Sommersemester) sieht die vorläufige Planung so aus, daß
ein 6 Tage umfassender Versuch sowie zwei 2-tägige Versuche in vom
Studenten wählbaren Instituten durchgeführt werden sollen.
Folgende Versuche werden vom Institut für Geophysik und Meteorologie
angeboten:
Gesteinsphysik (2 Versuchstage).
Gesteinsmagnetismus, Gesteinsradioaktivität und Rheologie.
Gravimetrie (2 Versuchstage).
Geländenivellement mittels Bussolentheodolit und GPS. Ausmessen
eines Profils mit Gravimeter.
Bodenerkundung (2 Versuchstage).
Untersuchung eines Profils mittels Seismik und Geoelektrik. Anschließend
konsistente Auswertung.
Auswertung von Satellitendaten zur Vermittlung von Kenntnissen über die Erdmagnetosphäre.
Angewandte Geophysik (6 Versuchstage).
Dieser Versuch ist noch in der Entwicklung.
GEOPHYSIKALISCHES PRAKTIKUM FÜR GEOÖKOLOGEN
Dieses Praktikum, das nur in den Sommersemestern angeboten wird,
richtet sich an Studierende des Studienganges Geoökologie
nach dem Vordiplom. Es umfaßt 7 Versuche
aus verschiedenen Bereichen der Geophysik. Die Versuche sind auf
jeweils 4 Stunden Experimentierzeit ausgelegt. Bedingungen zum Scheinerwerb
sind eine gründliche Vorbereitung, Teilnahme an allen Versuchen
und ein aussagekräftiges Protokoll.
Die Versuche teilen sich auf in drei Laborversuche und vier Feldversuche:
Laborversuche
Gesteinsmagnetismus
Viele Gesteine besitzen eine Magnetisierung. Mit ihrer Kenntnis
können wertvolle Informationen über die zeitliche Entwicklung
des Erdmagnetfeldes gesammelt werden. Im Versuch wird die Magnetisierung
verschiedener Gesteinsproben bestimmt. Aus der induzierten Magnetisierung
wird die Suzeptibilität ermittelt.
Gesteinsradioaktivität
Radioaktivitätsuntersuchungen werden in der Geophysik
zur Bestimmung des Alters von Gesteinen eingesetzt. Der Versuch bietet
eine Einführung in die Gammaspektroskopie. Sowohl die Kalibrierung
eines Spektrometers als auch die Analyse des Strahlungsspektrums
samt Ermittlung der Zerfallsart einer Probe sind Versuchsgegenstand.
Rheologie
Die Rheologie behandelt die Fließeigenschaften und
die Elastiziät von Substanzen. In der Geophysik werden rheologische
Methoden z.B. bei der Analyse von Salzstöcken eingesetzt. Im Versuch
werden theoretische rheologische Modelle anhand von Messungen mit Silconkitt
verifiziert.
Feldversuche
Bussolentheodolit & GPS
In diesem Versuch werden klassische und moderne geodätische
Vermessungsmethoden und Geräte vorgestellt. Mit dem Theodoliten wird
ein geschlossener Streckenzug vermessen. Die relativen Standorte werden
mit den Positionsdaten aus Navigationssatellitenmessungen des Global
Positioning Systems (GPS) verglichen.
Geoelektrik
Die Geoelektrik behandelt die Untersuchung des Untergrundes
mittels elektrischer Ströme. Anhand des spezifischen elektrischen
Widerstandes des Boden, der durch Messung von Strom und Spannung
eines aufgeprägten Signals gemessen wird, kann ein Tiefenprofil des
Boden zerstörungsfrei erstellt werden.
Lokalvariometer
Ein Lokalvariometer ist ein relativ messendes Magnetfeldmeßgerät.
Mit ihm soll im Rahmen des Versuchs eine magnetische Anomalie im Boden
(z.B eine Wasserleitung oder Deponieinhalte) vermessen werden. Ein Vergleich
mit theoretischen Modellen einfacher Körper komplettiert das Experiment.
Seismik
In der Seismik wird mittels künstlicher, kleiner Erdbeben
die Struktur des Untergrundes erkundet. Im Versuch wird durch Hammerschläge
solch ein Beben erzeugt und anhand der Laufzeitkurven der emittierten Schallwellen
eine Tiefensondierung durchgeführt.
Das Praktikum findet vorzugsweise Mittwochs von 1300 - 1700 Uhr statt.
In begründeten Fällen (Überschneidung mit Pflichtveranstaltungen)
sind jedoch auch individuelle Termine mit den jeweiligen Versuchsbetreuern
abstimmbar.
Die Versuchsanleitungen
(als gezippte PDF-Dateien) können auch heruntergeladen werden.
Zur Anmeldung für das Sommersemester 2005 trage man sich bitte bis zum
19 April 2005 in eine der ausgehängten Listen ein oder direkt bei Dr. Ingo Richter.