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ULF-Pulsationen

Das Team:

Prof. Dr. Karl-Heinz Glaßmeier
Dr. Carsten Othmer

Kurzinformation

Die Magnetosphäre der Erde ist ein durch den Sonnenwind geformter Hohlraum, in den das ionisierte Gas (Plasma) des Sonnenwindes aufgrund des Erdmagnetfeldes nicht eindringen kann. Ultra-low frequency (ULF) Wellen kommen in der Magnetosphäre nahezu überall vor. Sie sind die Wirkung auf Änderungen jeglicher Art in der Magnetosphäre und damit die Signale ihrer Dynamik. Die Bezeichnung ULF wird gewöhnlich für Wellen mit Frequenzen kleiner als 1 Hz benutzt. Wellen mit Frequenzen im mHz Bereich haben dabei typische Skalengrößen, die vergleichbar mit der Größe der Magnetosphäre selber sind. Sie werden daher sehr stark durch die magnetosphärische Struktur beeinflußt.

Im Jahre 1861 veröffentlichte Stewart erstmals eine Beobachtung von ULF Wellen, die er mit einem Magnetometer am Kew Observatorium gemacht hatte. In seinem Bericht schrieb er von Pulsationen des geomagnetischen Feldes mit Amplituden von ca. 0.2 % des Hintergrundfeldes und Frequenzen im Bereich von 30 bis 3 mHz. Solche Ereignisse wurden dann als geomagnetische Mikropulsationen bekannt. Stewart schlug die Sonnenflecken als primäre mögliche Ursache für geomagnetische Störungen vor. Diese selber sollten aber direkt durch Ströme in der Erdoberfläche oder in einer damals noch hypothetischen elektrisch leitfähigen Schicht in der Atmosphäre, heute bekannt als Ionosphäre, induziert werden. Obwohl in den darauffolgenden Jahrzehnten solche Pulsationen immer häufiger beobachtet und diese auch nach ihrer Morphologie eingeteilt wurden (nach Frequenz, Amplitude, Entstehungszeit, etc.), so machte man beim Verstehen der treibenden physikalischen Prozesse bis Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts kaum Fortschritte.

Alfven war es 1942, der die Existenz von transversalen elektromagnetisch-hydrodynamischen Wellen in einem Plasma mit Magnetfeld vorschlug. Dungey erkannte dann 1954, daß die verallgemeinerte Theorie von Alfven-Wellen, heute bekannt als Magnetohydrodynamik (MHD), zur Erklärung von geomagnetischen Mikropulsationen herangezogen werden konnte. In den darauffolgenden Jahrzehnten haben Beobachtungen an Magnetometerstationen und mit Hilfe von polaren Radaren, sowie Satellitenmessungen des Magnetfeldes, des elektrischen Feldes und der Eigenschaften der Plasmateilchen zu einer Blüte der Theorie der MHD Wellen in magnetosphärischen Plasmen geführt. Dungeys Theorie wurde dabei in exzellenter Weise bestätigt und bis heute in großem Maße erweitert.

Die Arbeitsgruppe am IGM beschäftigt sich insbesondere mit Fragen der vergleichenden Betrachtung von ULF-Pulsationen in den verschiedenen Magnetosphären unseres Sonnensystems und der Anregung von ULF-Pulsationen. Folgende Themen werden z. Zt. bearbeitet:



Literaturhinweise

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Verantwortlich: Jürgen Blum Letzte Änderung am 21. Februar 2000.
Verantwortlich: K.-H. Glaßmeier